Pressekritiken
Unter Dach und Fach
In historischer Bausubstanz entsteht ein modernes Wohnbüro
Eine Art modernes Wohnbüro sollte entstehen und das gleich unterm Dach – so in etwa lautetet wohl der Wunsch des Bauherrn, als er das in Düsseldorf ansässige Büro Schüller-Architektur mit dem Umbau des Dachgeschosses seines 1922 erbauten Siedlungshauses beauftragte.
Das zweite Obergeschoss, das einen Umbau erfahren sollte, bestand ursprünglich aus drei Räumen und einem Speicher darüber. Durch die Beseitigung aller statisch irrelevanten Bauteile einerseits und dem Einbau der großen Fensterkassette andererseits konnte ein neues, an eine Galerie erinnerndes Raumgefühl entstehen.
Dank genauer Planungen, die auch die individuell gestalteten Griffdetails im Innenausbau mit einschlossen, und exakter Konzeption wurde aus der Vision tageslichtdurchflutete Realität. Zusätzlich unterstreichen linear entworfene Möbel mit fließenden Funktionsbereichen den freien Charakter und untermalen die Offenheit des gesamten Wohnraums. Durch den sensiblen Einsatz der Materialien, der sorgfältigen Auswahl von Farbe und Struktur ergeben sich beinahe sinnliche und ausbalancierte Gestaltungsakzente. Dazu gehören zum Beispiel die ausgesuchten Lampensysteme, welche die vorhandene Balkenkonstruktion filigran umspielen.
Da der multifunktionale Umbau ebenfalls als Gästezimmer fungieren sollte, wurde auch ein kleines Bad vorgesehen. Dies ist allerdings – aufgrund geschickter Fugenanordnung – von außen nicht als solches zu erkennen. Auch hier findet sich das eigenwillige Lichtkonzept mit hinterleuchteten Spiegeln wieder, das durch eine von innen beleuchtete Ganzglastreppenbalustrade ergänzt und komplettiert wird.
„Um alle Realisierungen der Ideen zu erreichen, war es wichtig, die ausgesprochenen Wünsche der Bauherren intuitiv umsetzen zu können und diese speziell während der Planungsphase ständig über jedes Detail zu informieren“, erklärt der für Konzept und Ausbau verantwortliche Innenarchitekt Bernd Schüller. Dass das Ergebnis der befreienden und gleichzeitig meditativen Wohnatmosphäre nun auch ganz nebenbei aktuellsten Anforderungen der Energieeffizienz genügt, bemerken die Bewohner wohl nur anhand gesunkener Nebenkosten.
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Spiegelnde Oberflächen
Spiegelnde Oberflächen zeigen in der Küche immer Neues
Viel Platz auf wenig Raum – das war die Zielsetzung des Umbaus im Erdgeschoss des Ehepaars Ritter. An der Keldenichstraße 36b in Gerresheim hat Innenarchitekt Bernd Schüller ganze Arbeit geleistet. „Früher war es sehr beengt, jetzt erscheint der Raum viel größer“, sagt Peter Ritter. Hell und einladend kommt der Kochund Wohnbereich des Hauses jetzt daher. Wände wurden eingerissen, Möbel entfernt, um die Räumlichkeiten nur mit dem Nötigsten einzurichten. Besonders wichtig war Ritter ein großer Esstisch. „Meine Frau und ich haben schließlich gern Besuch“, sagt der Bauherr.
In einem drei Meter langen Eichen-Modell hat er das Richtige gefunden. In der komplett in Weiß gehaltenen Küche sind die verglasten, spiegelnden Oberflächen der Möbel auffällig. „Egal, wo man steht oder sitzt, man sieht immer etwas Neues in den Spiegelbildern der Schränke“, sagt Ritter.
Außerdem außergewöhnlich: die Corian-Arbeitsplatten des Kochbereichs. „Dabei handelt es sich um ein extrem resistentes Material aus der Medizin“, erklärt Architekt Schüller. Das farbliche Konzept aus Weiß und Schwarz – im Flur wurden Schieferfliesen verlegt – findet sich auch im Vorgarten wieder. Zwei Findlinge und eine Bank aus chinesischem Granit runden das Bild vor der denkmalgeschützten Fassade ab. Besichtigung: Keldenichstraße 36b, morgen von 13 bis 17 Uhr.
Kleines Haus, große Ideen
Peter Ritter wohnt in einem Traumhaus voller guter Einfälle – jetzt ist’s zu besichtigen.
Solch ein Dach gibt es in Düsseldorf sicher nicht noch einmal. Neun Fenster lassen mildes Nordlicht herein. Die Fenster oben sind 1,40 Meter hoch, die der mittleren Reihe 1,20 Meter, die unteren 80 Zentimeter. „Ein optischer Trick“, verrät Innenarchitekt Bernd Schüller, ein Kniff, wie ihn schon große Baumeister etwa der Renaissance eingesetzt haben. Wer einmal im Dachgeschoss von Peter Ritter gestanden hat, bemerkt die Wirkung sogleich: Die unteren Fenster wirken größer, der Raum selbst dadurch tiefer. Tag der architektur Das Haus von Peter Ritter befindet sich in Gerresheim an der Keldenichstraße 36 b. Die Straße verläuft parallel zur Benderstraße und ist auch mit Straßenbahnen der Linie 703 gut zu erreichen (am Rathaus Gerresheim aussteigen). Besichtigungszeiten am Tag der Architektur: Samstag von 13 bis 17 und Sonntag 13 bis 15 Uhr.
Nicht der einzige Aha-Effekt, der beim Tag der Architektur am Wochenende in dem Haus an der Keldenichstraße in Gerresheim zu erleben ist. Natürlich lassen sich alle Dachfenster öffnen, die oberen drei per Motor. Und weil der knapp 40 Quadratmeter große Raum fast fünf Meter hoch ist, hat der Hausherr selbstreinigendes Glas einbauen lassen. Nano-Technologie, Lotusblüteneffekt sind die Stichworte. Peter Ritters Frau hat ein Fotoalbum angefertigt. „Abenteuer Umbau“ steht vorne drauf – und da muss der Haus- und Bauherr laut auflachen. „Das stimmt“, sagt er und lobt ausdrücklich seinen Architekten und dessen visionäre Kraft.
Die hat das ganze Haus verwandelt, neun Monate hat’s gedauert, Schüller schwärmt im Gegenzug von der Ruhe und dem Vertrauen seines Auftraggebers. Aus dem verschachtelten und nur 5,50 Meter breiten „Selbstversorgerhaus“ – gebaut einst mit großem Gemüse- und Obstgarten für Versehrte des 1. Weltkriegs – ist ein Schmuckstück geworden, der Liebe Peter Ritters zu seinem Haus und dem grünen Stadtteil geschuldet. Einbaustrahler, beleuchtetes Panzerglas, pfiffige geräumige Einbauschränke mit Spezialgriffen: Die 120 Quadratmeter Wohnfläche sind ausgenutzt, ohne dem Besucher ein Gefühl der Enge zu geben. Der Besuch lohnt sich.
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